Text auf Amazon-Produktbildern: was erlaubt ist und was das Listing kostet
Zwei Dinge stimmen gleichzeitig, und fast alle werfen sie in einen Topf. Auf dem Hauptbild ist Text verboten, in der Galerie ist Text völlig normal — diese Regel kennt jeder. Die Regel, die kaum jemand auf dem Schirm hat: Amazons Liste der Inhalte, die auf einer Produktseite nichts zu suchen haben, nennt Bilder ausdrücklich, gleichrangig neben Titel, Beschreibung und Bulletpoints. "In der Galerie ist Text erlaubt" heißt also nicht "in der Galerie ist jeder Text erlaubt". Dieser Beitrag trennt beides und benennt die konkreten Sätze, die ein Listing aus der Suche kippen.
Der eine Platz, an dem Text schlicht verboten ist
Das Hauptbild ist die strengste Fläche, die Amazon betreibt: reinweißer Hintergrund mit RGB 255,255,255, das Produkt füllt rund 85% des Rahmens, und sonst nichts. Kein Text, keine Logos, keine Wasserzeichen, keine Rahmen, keine Siegel, keine Requisiten, die nicht mitgeliefert werden. Kein anderer Slot wird härter durchgesetzt, weil dieses Bild in den Suchergebnissen erscheint und weil sich fast alles daran maschinell prüfen lässt.
Eine Unterscheidung lohnt sich, weil sie unnötig viel Nervosität auslöst: Text, der physisch auf dem Produkt oder seiner Verkaufsverpackung gedruckt ist, gehört zum Produkt. Eine Flasche mit Etikett, ein Buchcover, ein Karton mit eingeprägtem Markennamen — nichts davon ist "Text, der dem Bild hinzugefügt wurde". Verboten ist, was im Editor darübergelegt wird. Im Zweifel: Wäre der Text auch da, wenn du den Artikel einfach auf einem Tisch fotografierst? Den vollständigen Check für Slot 1 haben wir in den Hauptbild-Regeln.
Was die Verbotsliste tatsächlich abdeckt
Amazons Leitfaden zur Produktseite für Verkäufer führt Inhaltskategorien auf, die weder in Titeln noch in Beschreibungen, Bulletpoints oder Bildern vorkommen dürfen. Zusammengefasst:
| Kategorie | Was das auf einem Bild ausschließt |
|---|---|
| Kontakt- und Webangaben | Telefonnummern, Post- oder E-Mail-Adressen, URLs — und damit auch QR-Codes, die von der Plattform wegführen |
| Verfügbarkeit, Preis, Zustand | "Nur 19,99 €", "statt 40 €", "nur noch wenige da", B-Ware-Hinweise |
| Alternative Bestell- oder Lieferwege | "Direkt bestellen", "Gratisversand", Verweise auf den eigenen Shop |
| Rezensionen, Zitate, Testimonials | Gezeichnete Sterne, Screenshots von Bewertungen, "Kunden sagen…", ein aufs Bild kopiertes Zitat |
| Aufforderung zu positiven Bewertungen | "Gefällt es dir? Fünf Sterne!" — auch als abfotografierte Beilegekarte |
| Werbung, Werbematerial, Wasserzeichen | Rabattbanderolen, Sale-Sticker, Agentur- oder Fotografensignaturen |
| Zeitgebundene Angaben | Daten, Saisonaktionen, "neu 2026", alles mit Ablaufdatum |
Die mittleren Zeilen bitte zweimal lesen. Fast jeder, der je ein Infografik-Set gebaut hat, hat mindestens eine davon erwogen: ein Preisvergleich, ein Rezensionszitat, eine Gratisversand-Schleife. Genau die wirken hilfreich und sind Verstöße — und ein Bildverstoß gehört zu den häufigsten Gründen, warum ein Listing plötzlich nicht mehr auftaucht, siehe unterdrückte Angebote.
Die Aussagen, die wirklich Listings kosten
Drei kommen deutlich häufiger vor als der Rest.
Rankings und Siegel. "Nr. 1 Bestseller", "Amazon's Choice", ein nachgebautes orangefarbenes Abzeichen, eine Sternebewertung. Das scheitert doppelt: Es ist eine Ranking- oder Rezensionsaussage, und es verwendet Amazons eigene Markenelemente ohne Erlaubnis. Nichts, was ein Element der Amazon-Oberfläche imitiert, gehört in dein eigenes Bild.
Versand- und Preisversprechen. "Gratisversand" fällt unter alternative Lieferangebote und ist ohnehin nicht deins zu versprechen — die Konditionen hängen vom Prime-Status des Käufers und vom Marktplatz ab. Preise auf Bildern veralten spätestens bei der ersten Aktion, und ein veralteter Preis auf einem Bild ist eine Irreführung, nicht bloß eine Peinlichkeit.
Absolute Superlative ohne Grundlage. "Beste", "garantiert", "100% Zufriedenheit", "von Ärzten empfohlen", "umweltfreundlich" ohne Beleg. Ein Teil davon fällt je nach Kategorie und Markt in regulierte Bereiche: Gesundheit, Sicherheit, Lebensmittelkontakt und Kosmetik überwacht nicht nur Amazon. Eine Aussage, die du wegen deiner Rechtsabteilung nicht auf den Karton drucken würdest, wird als JPEG nicht sicherer.
Siegel sind damit nicht erledigt. Eine Zertifizierung, die du wirklich hast — GOTS, OEKO-TEX, CE, FSC, ein Prüfbericht eines unabhängigen Labors — ist legitim und überprüfbar. Der Test lautet: Könntest du das Zertifikat auf Nachfrage vorlegen?
Der Text, der in die Galerie gehört
Nach dem Abziehen kommt das Addieren. In der Galerie verdient Text seinen Platz, und der nützliche Text beantwortet fast immer eine Frage, die der Käufer sonst selbst suchen müsste:
- Maße und Füllmengen mit Einheiten. Zum Layout siehe unseren Beitrag zu Maßangaben im Bild.
- Material und Verarbeitung: "Edelstahl 304", "100% Merino, 18,5 Mikron".
- Kompatibilität und Passform: womit es funktioniert und womit nicht.
- Lieferumfang, ausgezählt.
- Anwendung in nummerierten Schritten, wenn das Produkt sich nicht selbst erklärt.
- Ein ehrlicher Vergleich deiner eigenen Varianten — warum der Vergleich mit namentlich genannten Wettbewerbern etwas anderes und Riskanteres ist, steht in Vergleichstabellen als Bild.
Lesbarkeit ist auch eine Compliance-Frage
Amazons A+-Richtlinien weisen Bilder ausdrücklich zurück, deren Text auf Mobilgeräten nicht lesbar ist. Für die Galerie gibt es keinen veröffentlichten Schwellenwert, aber die Physik ist dieselbe: Der Großteil deines Traffics kommt vom Smartphone, wo ein 2.000-px-Quadrat wenige Zentimeter breit erscheint.
Die maßgeblichen Zahlen sind Amazons eigene: Für die beste Zoom-Erfahrung sind 1.600 px oder mehr an der längsten Seite gefragt, 1.000 px ist die Untergrenze, unterhalb derer Zoom gar nicht startet, 500 px das Minimum, damit ein Bild überhaupt ausgespielt wird, und 10.000 px die Obergrenze. 2.000 × 2.000 px ist das vernünftige Arbeitsmaß. Headlines groß, kontraststark und weg vom Rand — das mobile Karussell beschneidet stärker, als die Desktop-Vorschau vermuten lässt. Mehr dazu unter Lesbarkeit auf dem Smartphone.
A+ ist ein eigenes, strengeres Regelwerk
Mit Brand Registry gilt nicht automatisch: Was in der Galerie erlaubt ist, ist auch in A+ erlaubt. Die A+-Richtlinien schließen zusätzlich Preise und Werbesprache aus, Verweise auf Kundenservice oder Rückgaberegeln außerhalb von Amazon, Zufriedenheitsversprechen, zeitgebundene Wörter, Wettbewerbsvergleiche und das unveränderte Wiederverwenden von Galeriebildern. Außerdem ersetzt Amazon den selbst geschriebenen Alt-Text von Bildern zunehmend durch automatisch erzeugte Beschreibungen, zuerst in Europa — dieses Feld ist also kein Ablageplatz mehr. Die Module im Einzelnen stehen im A+-Leitfaden.
Vor dem Hochladen
- Hauptbild: kein hinzugefügter Text, in keiner Form. Nur Fotografie.
- Jedes Galeriebild: kein Preis, kein Lieferversprechen, keine URL, keine Telefonnummer, kein Datum.
- Keine Sterne, keine Rezensionszitate, keine Ranking- oder Siegelaussagen, keine Amazon-Markenelemente.
- Jede Aussage entweder belegbar oder gestrichen. Zertifikate, die du zeigen kannst; Zahlen, die du verteidigen kannst.
- Jede Zahl im Bild stimmt exakt mit Bulletpoints und Attributfeldern überein.
- Jedes Bild in Thumbnail-Größe auf dem Handy lesen. Wenn du es nicht kannst, kann es dein Käufer auch nicht.
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Produkt recherchieren, dann das Set erzeugen
Eine ASIN einfügen. Graflio liest das Listing und seine Rezensionen, analysiert die Bestseller ringsum und rendert ein komplettes Set markengerechter Infografiken — jedes Bild bleibt editierbar. 10 € Guthaben gratis, ohne Karte.
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